BÜRGERINITIATIVE KEIN WINDPARK SÜD ELM WIR FORDERN 5000m ABSTAND ZUM ELM!
BÜRGERINITIATIVE KEIN WINDPARK SÜD ELM   WIR FORDERN 5000m ABSTAND ZUM ELM!

Gegner fürchten sinkende Lebensqualität

 

 

Ingeleben Eine weitere Bürgerinitiative gegen Windparks hat sich gegründet. Es kamen aber auch Befürworter zu Wort.

Von Dirk Fochler

Planungen zum Bau neuer Windparks sorgen derzeit im Kreis für Diskussionen. In Ingeleben hat sich am Freitag gegen nördlich des Ortes geplante Anlagen eine Bürgerinitiative gegründet. Es gibt aber auch Befürworter, die neue Windräder zwischen Ingeleben und Wobeck begrüßen würden.

„Der Gemeinderat ist dafür. Auch viele Wobecker könnten mit neuen Anlagen leben.“
„Der Gemeinderat ist dafür. Auch viele Wobecker könnten mit neuen Anlagen leben.“
Felix von Horn, sprach sich für neue Windkraftanlagen aus.

Viele Ingelebener lehnen aus zwei Gründen die Planungen des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB) ab: zum Einen wegen der südlich von Ingeleben bereits bestehenden Windparks Gevensleben und Söllingen sowie wegen der noch ungelösten Frage, wie der aus Windkraft generierte Strom gespeichert werden kann.

„Deshalb sehen wir keine Notwendigkeit für neue Windräder. Zudem hielten wir es auch aus wirtschaftlichen Gründen für sinnvoller, bestehende Anlagen dann zu gegebener Zeit technisch aufzurüsten“, betonte der Ingelebener Bodo Schönyan auf einer Informationsveranstaltung, zu der Ingelebener Windpark-Gegner eingeladen hatten.

„Dafür werde ich mit allen mir zur Verfügung stehenden juristischen Mitteln kämpfen.“
„Dafür werde ich mit allen mir zur Verfügung stehenden juristischen Mitteln kämpfen.“
Hans Blattmann, fordert mehr als 500 Meter Mindestabstand zu Einzelhöfen.

Die Windpark-Gegner kritisierten zudem das ihrer Meinung nach wenig transparente und nicht gutachterlich abgesicherte Verfahren, mit dem der 117-Hektar-Windpark nördlich von Ingeleben durchgesetzt werden soll. „Im November erfuhren wir von den Plänen. Und nun haben wir nur noch bis zum 22. Januar Zeit, um beim ZGB dagegen Stellung zu beziehen. Die Frist ist viel zu kurz“, monierte der Ingelebener Thomas Meyer.

Genau wie im zwischen Königslutter und Süpplingen geplanten Windpark würde nach Ansicht der Windpark-Gegner auch in Ingeleben die 5-Kilometer-Schutzzone zum Elm nicht eingehalten. „Im Landkreis Wolfenbüttel wird sie eingehalten. Das fordern wir auch für den Landkreis Helmstedt. Zudem sollte generell für Windräder ein Abstand zur Wohnbebauung von mindestens 1000 Metern gelten. Für unser frei stehendes Einzelgehöft gelten aber nur 500 Meter Abstand. Das widerspricht dem Gleichbehandlungsprinzip. Dafür werde ich nun aber mit allen mir zur Verfügung stehenden juristischen Mitteln kämpfen“, erklärte Hans Blattmann.

Nabu-Kreisvorsitzender Reinhard Wagner stellte am Freitagabend klar, dass persönliches Engagement zur Verhinderung des Windparks unabdingbar notwendig sei. „Fragen Sie den ZGB nach Gutachten und belegbaren Nachweisen. Tragen Sie ihre persönlichen Bedenken und Empfindungen vor. Nur Aspekte und Fakten, die jetzt thematisiert werden, müssen später in einem möglichen Baugenehmigungsverfahren behandelt, geklärt und berücksichtigt werden“, erläuterte Wagner.

Für weitere Windkraftanlagen argumentierte hingegen der Wo becker Felix von Horn. „Der Gemeinderat hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen. Auch viele Wobecker könnten mit neuen Anlagen leben“, berichtete Ratsmitglied von Horn, der als Landeigentümer von neuen Anlagen finanziell profitieren würde. Aktuell erzielten Landeigentümer je auf ihrem Grund installierter Anlage jährliche Pachteinnahmen von mindestens 40000 Euro.

Laut Felix von Horn würden aber nicht nur die Landeigentümer und Investoren von neuen Anlagen profitieren. „Nur mit den zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen könnten endlich die so dringend erforderlichen Investitionen in die dörfliche Infrastruktur getätigt werden. Das wäre gerade in unseren vom Strukturwandel arg betroffenen Ortschaften extrem wichtig“, argumentierte von Horn, der die Windpark-Gegner aufforderte, sich an der Suche nach einer einvernehmlichen, für beide Seiten akzeptablen Lösung zu beteiligen.

Der Argumentation des Windkraft-Befürworters will und kann Thomas Meyer nicht folgen: „Durch zusätzliche Anlagen in der Umgebung würde die Lebensqualität in Ingeleben weiter sinken, die Immobilien würden noch mehr an Wert verlieren. Dann ist es hier nicht mehr lebenswert.“

 

 

Quelle: Helmstedter Zeitung